„Kerbborpfte kriee Perle“

Veröffentlicht am 26. August 2013 · Veröffentlicht in Presse

Groß-Zimmern – „Es war einmal“, mit diesen Worten fangen fast alle Märchen an. Und alle Jahre wieder ist es einfach schön, die Geschichte zur Abholung der Kerbpuppe zu erleben.

Von Gudrun Fritsch

Der märchenhafte Charakter des Festes wird damit hervorgehoben und inzwischen wohnen den immer wieder originellen Inszenierungen am „Briggelche“ regelmäßig auch von weiter her angereiste Fangruppen bei.

Am Samstagabend waren trotz der vorangegangenen Regengüsse hunderte am Ortseingang versammelt. Hervorragend war wieder einmal die Auftaktgeschichte für das größte Feste im Ort. Als die Jahrgänge und Menschenmassen nach dem Gottesdienst heranzogen, waren lautes Trommeln und Fanfaren von weitem zu hören – schließlich spielte das Fanfarencorps Groß-Zimmern diesmal mit dem Bürgerwehr Spielmannszug aus Endingen in doppelter Besetzung.

Den üblichen Wettgesängen der blau-, rot- und grün-weißen Jahrgänge vor der Bühne folgte eine kurze Erläuterung zur Kerb. Aus den Lautsprechern ertönte dann der von den Kerbborschte zum „Zimm’ner-Land-Lied“ umgetextete Lummerland-Ohrwurm, der die Festbesucher während der gesamten Feiertage begleiten wird.

Zur Geschichte: Lokomotivführer Lukas (Alexander Rühl) und Jim Knopf (Silvan Großklaus) kommen mit ihrer Emma angereist. Nachdem sie das Gleis verlassen mussten, um dem Karnevalverein Dieburg (KVD) „So e schepp Zepter“ zu entwenden, haben sie sich verfahren. Kein geringerer als Kerbikone Thomas Beutel erklärt den beiden vom Vordach der ehemaligen Tankstelle herab in theatralisch vorgetragenem Zimm’nerisch „Mer sin’ do in Zimmern, dass des kloar is’!“ Während Beutel mit dem KVD-Zepter nichts anzufangen weiß, ertönt aus dem Off die quäkige Stimme des Pinguins (Benjamin Forst): „Ich würd’ moi Mupfel damit pfmicke!“ Ein Wagen fährt vor, auf dem unter Palmen eine große grüne Muschel liegt. Neugierig fragt Beutel nach dem Inhalt und Ping schlägt den Deal vor: „Die diesjährigen Kerbborpfte kriee die Perle, ich krie es Zepter und derf die Mupfel behoale.“

Quelle: www.da-imnetz.de